Nach einer längeren Zeit ohne Wanderung, der Herbst war regnerisch und nebelreich, geht es für ein paar Tage an die tschechische Grenze nach Bad Leonfelden. Geplant sind neben reichlicher Entspannung in der Sauna ein paar Wanderungen und Läufe in der Umgebung.
Der Ort erlangte Bekanntheit im 19. Jahrhundert. Das nahegelegene Moor zog Badegäste an, die auf Linderung ihrer körperlichen Beschwerden hofften. Auch die frische Luft der hoch gelegene Stadt (750 m) am Rande des Böhmerwaldes weckte das Interesse der Großstädter, um den Smog der Hochöfen und Fabriken zu entkommen. Leider ist das Wetter bei der Ankunft zwar auch nicht viel besser als im Flachland – Nebel – aber zumindest gibt es Schnee.
Der Moorwald#
Auf einer Anhöhe gegenüberliegend von Bad Leonfelden liegt der Moorwald. Die Wanderung ist ein kurzer Rundkurs, vorrangig auf Waldstraßen, mit leichten Steigungen, nur der Start ist eine kurze Rampe. Große Schwierigkeiten bietet die Runde daher nicht. Sie eignet sich als gemütlicher Spaziergang.
Nebelschwaden ziehen durch den Wald. Stille. Beinahe schon ein bisschen unheimlich. Der Waldboden ist bedeckt von frisch gefallenem Schnee. Ganz locker flockig ist er nicht mehr, sondern sogar ein bisschen feucht und daher rutschig. Die Temperatur liegt bei knapp über 0 °C.
Entlang des Rundweges befinden sich immer wieder kleine Stationen, die über die Nutzung des Waldes und dessen Flora und Fauna aufklären. Unterschiedliche Baumarten sind mit kleinen Schildern versehen. Der Wald wird hauptsächlich von Tannen und Fichten bevölkert, die eine hohe Bedeutung für die lokale Forstwirtschaft haben. Eine Holzfällerhütte mit einem Holzlager aus gefällten Baumstämmen bestätigt diesen Eindruck.
Auch ein Barfußweg lädt ein denn Waldboden zu erfüllen. Doch aufgrund der Kälte und der Schneedecke sehe ich von einer Begehung ab. Der Sommer eignet sich dafür besser.
Ungefähr in der Mitte des Weges gelangt man zum Höhepunkt der Wanderung: das Moor. Mehr über die Einzigartigkeit dieser Naturlandschaft habe ich schon bei meiner Wanderung durch das Leckermoor bei Göstling festgehalten.
In Bad Leonfelden wird es diesmal von Schnee bedeckt. Von der niedrigen Vegetation ist deshalb nicht viel zu sehen. Das stehende Wasser spiegelt sich zwischen den Schneefeldern. Ein hölzerner Steg erlaubt das trockene Überqueren des Moores. Auch das historische Moorbad besteht noch. Es erlaubt das Waten durch das Moorwasser, jedoch zu kalt für mich. Brrrr.
Nach dem Moor wandere ich weiter flotten Schrittes. Die gespenstische Stille wird nur durch die Schritte eines Pärchens und dessen Hund unterbrochen. Ansonsten bin ich vollkommen allein im Wald und kehre zum Ausgangspunkt zurück. Ich freu mich auf einen heißen Saunagang und warmen Kräutertee in meiner Unterkunft.